Samstag, 21. Juli 2012

Nun ist es raus... beinahe!

Mit einem Seufzer ließ ich mich in mein Bett fallen. Was ist hier nur los? Nach Edwards Andeutungen war ich noch neugieriger und verwirrter als zuvor. Mein Vater erging es wohl nicht anderes, denn er legte seinen Kopf schief und rieb sich mit der Hand über das Kinn, dass tat er für gewöhnlich nur wenn er ratlos bzw. über etwas rätseln musste.

Nach einem intensiven Blickaustauschen zwischen Mr. Cullen und Charlie schickte mein Vater mich mit den Worten
„Bella, gehe doch schon mal nach oben, auspacken. Wir haben hier noch etwas zu besprechen“ nach oben. Das sagte er ohne den Blickkontakt zu unterbrechen, als ich dann aber zu Mr. Cullen blickte lächelte er mir kurz zu und schaute mich so komisch an… schon fast irre an. Und so ging ich, wie es von mir verlangt worden war, nach oben.

Packte brav meine Klamotten aus.
Räumte ein.
Versteckte das ein oder andere Mitbringsel.
Und lag nun gelangweilt und gleichermaßen neugierig auf meinem Bett und lies alles nochmals in meinem Kopf abspielen.

Mein Vater hatte augenscheinlich ein Problem mit diesem Mr. Cullen, denn, während mein Vater eher verzweifelt wirkte machte Edward einen selbstbewussten und siegessicheren Eindruck, und sein Gestotter bestätigte meine Vermutung. Doch was meinte dieser Cullen mit
>>einen Kompromiss finden<<
und warum zum Teufel sah er mich dabei so an… was hatte ich mit dieser Sache zu tun? Bin ich überhaupt irgendwie darin verwickelt? Was hatte das alles zu bedeuten!?

Ich legte meine Hände über die Augen und versuchte einen klaren Kopf zu bekommen. Vielleicht gab ich dieser ganzen Sache einfach zu viel Bedeutung! Ja, vermutlich ist alles ganz harmlos und dieser Edward Cullen nur merkwürdig, auf jeden Fall sehr, sehr merkwürdig aber auch gut aussehen, reich, muskulös und… was zum Teufel rede ich da? Hab ich ihn nicht vor einem Moment zum Irren abgestempelt? Möglicherweise bin ich ja die, die einen Therapeuten nötig hat!

Kopfschüttelnd stieg ich aus dem Bett raus und befreite mich aus meinen Reisesachen, um mich dann in dem angrenzenden Bad zu duschen. Danach zog ich mir eines meiner geliebten Sommerkleider über, in Forks gab es ja bei dem Wetter keine Gelegenheiten dazu, und schlüpfte in passende Ballerina. Die Haare band ich mir hoch und lies ein paar Strähnen aus die mein Gesicht umrahmten. Grinsend stieg ich die Treppen vom zweiten Stock runter zum Erdgeschoss. Wir hatten zwar einen Aufzug, doch ich brauchte in diesem Moment einfach die Bewegung.

Als ich unten angekommen war, kam ich vor der Bürotür meines Vaters ins stocken. Sollte ich lauschen? Neugierig war ich ja schon… aber nein. Ich war ja kein kleines Kind mehr, demnach kann ich die Geduld aufbringen um zu warten. Ja, ich werde einfach warten bis es Nacht wird und dann die Unterlagen durchwühlen! Kichernd ging ich weiter als ich hinter mir die Türe aufgehen hörte. Ich drehte mich um, um meinen Vater mit ernster Mine raus treten zu sehen.

Als er mich bemerkte, hob er überrascht die Augenbrauen
„Willst du noch irgendwo hin?“ fragte er skeptisch
„Ja, ich wollte mir noch die Beine vertreten nach der langen Fahrt“ erwiderte ich vorsichtig, überrascht von seinem Tonfall.
„Nun, kann das noch warten? Wir hätten da noch was mit dir zu besprechen.“ Überrascht blickte ich ihn an, das hörte sich alles andere als eine Bitte an
„Wen meinst du mit >Wir<?“ fragte ich misstrauisch nach

„Mr. Cullen und meine Wenigkeit“ Was hatte der schon wieder mit mir zu tun, obwohl sich alles in mir dagegen sträubte und ich am liebsten in Gegengesetzter Richtung weggerannt wäre, folgte ich der Aufforderung meines Vaters und trat in sein Arbeitszimmer ein. Schluckend registrierte ich die Anwesenheit von Mr. Cullen, der mir ein strahlendes Lächeln zuwarf. Mein Vater bemerkte dies wohl auch, denn als ich einen Blick zu ihm warf sah ich, wie sich die Mine von ihm verdunkelt hatte.

Verunsichert und Beunruhigt setzte ich mich unaufgefordert auf den Stuhl neben Mr. Cullen.
„So, habt ihr euch dazu entschlossen mich in euer kleines Geheimnis einzuweihen?“ Trotz des flauen Gefühls in der Magengegend, beschloss ich mein Gesicht zu wahren. Was sollte auch groß passieren? Mein Vater war hier, er war schon immer übervorsorglich und würde schon auf mich acht geben… hoffte ich zumindest.
„Nun ja, da gibst es tatsächlich etwas, dass wir dir sagen wollen. Doch vorerst, will ich dir sagen dass du ruhig bleiben sollst. Denke darüber erst nach, du weißt ich will nur dein bestes. Verstanden?“

Die Mine meines Vaters war undurchschaubar, doch seine Augen stach die Sorge deutlich raus. Schlucken nickte ich.
„Du wirst nun in zwei Monaten 18 Jahre alt, und da du wegen deines Internataufenhaltes keine Erfahrungen mit der Welt dort draußen machen konntest… finde ich, dass das der sicherste Weg ist“
„Welcher Weg?“ fragte ich mit schneidender Stimme und wütend zusammengekniffenen Augen. Dass das mit den nicht vorhandenen Erfahrungen nur seine Schuld war, behielt ich für mich.
„Nun, ich will nicht das du falsche Entscheidungen treffen musst um festzustellen das ich Recht hatte…“ er holte tief Luft und ich nutzte die Gelegenheit und unterbrach ihn

„Was meinst du damit?“ flüsterte ich, ich hatte eine schlimme Vorahnung…
„Du wirst heiraten“ sagte er schnell und tonlos. Einen Moment schien mir als ob die Zeit stehen blieb, niemand wagte ein Wort zu sagen, geschweige davon ein Atemzug zu nehmen.
„Was?“

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